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  Kapitel 4   

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Plan über Bord

2018

Die Reise muss in Kombination mit Juist ein Einschnitt gewesen sein. Ich weiß es nicht genau, aber die Tatsache, dass ich mir kurz danach meine Kamera gekauft habe, lässt keine Zweifel. Wenn ich zu diesem Zeitpunkt nicht schon die Idee gehabt hätte, freiberuflich zu arbeiten, hätte ich sie wohl kaum gekauft. Das ist bemerkenswert, da ich vorher noch felsenfest beschlossen habe, dass ich endgültig niemals in der Filmbranche arbeiten werde. Dokumentarfilme und vor allem Projekte, die ich allein umsetze, wären niemals in Frage gekommen, weil ich eigentlich nur den technisch-perfekten Spielfilm im Blick hatte. Den Oscar. Dafür hätte ich mich aber in der Branche hocharbeiten müssen. Ich würde lieber „anbieten“ sagen. Nach meinen Erfahrungen an zwei Spielfilm-Sets kam das für mich nicht in Frage.
 

Nachdem ich mich mit der Sportakademie in Baku darauf geeinigt hatte, dass ich im Sommer für ein dreimonatiges Praktikum wiederkomme, war nach dem Spiel vor dem Spiel. Mir kam die Idee, dass ich nicht nur mein Pflichtpraktikum dort absolvieren, sondern dabei auch an meiner Masterarbeit im Feld des aserbaidschanischen Olympia-Nachwuchs schreiben könnte. Gut einen Monat vor der Reise musste ich aber einsehen, dass aus all den Ideen aus bürokratischen Gründen nichts werden wird. Nachdem ich nicht sicher sein konnte, dass ich mein Visum, das mehr als vier Wochen gilt, rechtzeitig bekomme, änderte ich daher notgedrungen meinen Plan. Kein offizielles Praktikum, sondern vier Wochen – mit Kamera im Gepäck – treiben lassen.   Nach allen Regeln der Kunst>>